Ideensammlung „Corona-Hilfe“

Im Rahmen der Initiative „Ich bin dabei!“ sind mehr als 2.100 Personen in Projektgruppen an 27 Standorten in Rheinland-Pfalz aktiv. Nur logisch, dass aus diesem Kreis ehrenamtlich Engagierter auch Ideen für die gegenseitige Unterstützung angesichts der Herausforderungen durch die Corona-Virus-Pandemie kommen.

Gerne haben wir die uns zugesandten Ideen in einer Übersicht zusammengestellt.

Auch beim freiwilligen Engagement hat der Gesundheitsschutz oberste Priorität. Wichtig ist, so zu helfen, dass man sich selbst und andere nicht gefährdet, d.h. z.B. die aktuellen Hygiene- und Abstandsregelungen einzuhalten.

Wir danken allen Ideengeber*innen!

Bernhard Nacke
Leiter der Initiative „Ich bin dabei!“ mit seinem Team

 

 

Kommunikationsangebote

Angesichts von Quarantäne und notwendigen Besuchsverboten z.B. in Altenheimen gibt es Ideen, wie Ansprache und Unterstützung z.B. per Telefon und Internet organisiert werden können. So können trotz notwendiger Selbstisolation Kontakte aufrecht-erhalten und Vereinsamung vorgebeugt werden.

 

Gesprächspartner finden

Angebot von Herrn Grötsch: Wer mit den Einschränkungen nur schwer oder nicht zurechtkommt und einen Gesprächspartner sucht, kann mich gerne unter der Rufnummer: 0175 84 20 261 anrufen. Falls auf dem digitalen Kommunikationsweg Interesse besteht den Kontakt aufrecht zu erhalten, gebe ich gerne meine E-Mail-Adresse im Telefonat bekannt.

Das „zuhörende Ohr“ eine Idee von Frau Seuser: Telefonischer Kontakt mit der Möglichkeit für den Kontaktsuchenden auch anonym zu reden. Angegeben werden sollte in diesem Fall, dass es sich nicht um eine professionelle Beratung handelt/ der Zuhörende nicht geschult ist. Für Personen, die im Internet unterwegs sind, ließe sich das mit WhatsApp oder Skype erweitern in Richtung „Das zuhörende Ohr und Gesicht“ (WhatsApp-Video).

Gemeinsames Essen, z.B. per Skype: Jede/r sitzt am eigenen Esstisch, aber über Videokonferenz (z.B. vom Anbieter Skype) sind andere Menschen (Freunde, Be-kannte, Nachbar*innen, …) online zugeschaltet. Man sieht sich, kann sich unterhalten und keine/r is(s)t allein.

Telefonkette gegen Einsamkeit: Beispiel wie sich das organisieren lässt: www.lokalkompass.de/wesel/c-ratgeber/mehrgenerationenhaus-wesel-organi-siert-telefonkette-gegen-einsamkeit_a1332066

Idee des Ehepaars Klotz: Projekt regionale WhatsApp-Gruppen in Ortsgemeinden, Verbandsgemeinden, Vereinen und Privatpersonen gründen:

Was die Gruppe auf GAR KEINEN FALL soll, ist ein weiteres Medium zu sein, um die üblichen Coronavirus-Witzchen und Filmchen weiter zu vertreiben.

Ihr Ziel ist, Menschen wieder näher zu bringen:

  • Was sie will, ist ein Forum zu sein für liebgewordene Freunde und Nachbarn, um den Schmerz über die fehlenden Sozialkontakte durch Zusammenrücken mit privaten Social-Media-Kontakten zu lindern
  • Was sie will, ist der „Gartenzaun“ zu sein, der den Plausch mit dem Dorf, Gemeinde und Gleichgesinnten bei Jung und Alt zulässt
  • Geteiltes Leid halbes Leid werden zu lassen, wenn einem die Decke auf den Kopf fällt
  • Sich mal „zusammenzusetzen“ in einer (Video-) Konferenz bei ‘nem Glas Wein oder Bier und einfach mal klönen – einfach mal zusammenzurücken durch dieses verdammte Internet!
  • Einen „Stammtisch“ Gleichgesinnter zu bestimmten Zeiten zu gewährleisten
  • Fragen zu stellen, wenn man nicht mehr weiterweiß
  • Antworten zu bekommen aus anderen Regionen
  • Uns gegenseitig Tipps zur sinnvollen Freizeitgestaltung geben
  • Einfach Mut zu machen, um mit den Psychologen zu sprechen: „Positiv sollst Du den Tag beginnen“

Umsetzen und initiieren kann das nur ein Verantwortlicher vor Ort, der die WhatsApp-Gruppe gründet und interessierte Personen aufnimmt. Publik gemacht und unter-stützt werden könnte es die regionale Politik wie (Orts-) Bürgermeister und lokale Presse unter dem Motto „Habt ihr Lust mitzumachen? Wenn ihr Vorschläge habt, wer zu so einer Gruppe aus Eurem Bekanntenkreis passen könnte, sagt Bescheid und wir werden sie aufnehmen.“

Die WhatsApp-Gruppe ist im Internet nur für die Mitglieder der Gruppe sichtbar.

Hilfe beim Einrichten von Skype/digitalen Kommunikationsmitteln

Nicht alle Personen, die gerne in der aktuellen Lage an den digitalen Kommunikationsmöglichkeiten teilhaben möchten, haben die entsprechenden Programme installiert und kennen sich in der Benutzung aus. Die Idee von Herrn König bietet eine Lösung:

Der Ehrenamtsfokus der Projektgruppe Häcker 60Plus Andernach liegt auf älteren Mitbürger*innen. Gerade für diese Zielgruppe, oft auch mobilitätseingeschränkt, ist es wichtig und hochakzeptiert, spontane Kommunikation zu anderen Menschen, Freunden, Familienmitgliedern zu haben. Hierzu ist das Internet bestens geeignet. Nicht nur in Form von E-Mails und Anhängen, sondern auch mittels Live-Video-Telefon. Das weltweit populärste Programm heißt „Skype“. Dieses Hilfsmittel gewinnt heute, in Zeiten des Corona bedingten Gebots der Kontaktreduzierung, stark an Bedeutung. So widmen wir uns derzeit verstärkt der Aufgabe, ältere Internet-Nutzer*innen zu animieren, „Skype“ u.ä. Programme zu nutzen. Mit Hilfe eines „Teamviewer“-Programms (kostenlos im Internet verfügbar) installieren wir Interessierten „ferngesteuert“ das Skype-Programm auf ihre Computer, weisen sie ein und machen sie glück-lich mit dem „Bildtelefon.“ Neben Skype gibt es noch andere „Bildtelefon“-Programme wie FaceTime von Apple oder Video von WhatsApp.

Das könnte auch für Projektgruppen der Initiative „Ich bin dabei!“ hilfreich sein, die sich nun nicht mehr treffen können und stattdessen einen Austausch per Videokonferenz ausprobieren möchten.

Nachbarschaftshilfe (Einkaufen, Hund ausführen, …)

Die Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain hat unter Einbeziehung von Hel-fer*innen aus der Ehrenamtsinitiative „Ich bin dabei!“ eine Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen, siehe nachfolgenden Link:

www.bg-aktuell.de/wichtiger-denn-je-nachbarschaftshilfe-in-zeiten-von-corona/

Sie nehmen den Bedarf von bedürftigen Menschen auf und koordinieren die Versorgung über gemeldete Freiwillige.

Aktion „Jugend hilft“ in der Verbandsgemeinde Adenau: Jugendliche übernehmen Einkäufe und Besorgungen für ältere und immungeschwächte Menschen:

adenau.de/rathaus/aktuelles/

 

Herr Venter aus der Verbandsgemeinde Meisenheim teilt sein persönliches Engagement – vielleicht eine Idee für andere Standorte?

Zusätzlich zu meinen bisherigen Hilfen für 2 ältere Damen (92 und 85 Jahre alt) für die ich kleinere Einkäufe und tätige, verrichte ich in einem Altenheim den Pförtner-dienst. Das Haus ist grundsätzlich geschlossen, es dürfen keine Besucher herein, die Bediensteten haben grundsätzlich keinen Haustürschlüssel. Es muss also geprüft werden, ob eine Zugangsberechtigung besteht. Dies ist eine Entlastung der Pflege-kräfte, die sonst den Pförtnerdienst wahrnehmen.

Plattformen zur Vernetzung von Nachbarschaftshilfe

Auf der Plattform von „nebenan.de“ können Hilfegesuche und Angebote transparent und für alle Mitglieder über das Internet zugänglich für den jeweiligen Wohnort dargestellt werden. Man kann sich kostenlos registrieren und sich für den eigenen Ort oder Stadtviertel mit einem Unterstützungsangebot anmelden. Die Plattform wurde 2015 in Berlin als Sozialunternehmen gegründet und ist TÜV-geprüft.

nebenan.de

Linksammlung zusammengestellt von SEND – Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland. Sie enthält z.B. Links zu weiteren Plattformen, die Nachbarschaftshilfe organisieren, Infos zu digitalen Lösungen, Freizeitbeschäftigungen und Online-Bildungsangeboten:

www.send-ev.de/2020-03-17_flatten-the-curve-wertvolle-ideen-tools-und-l%C3%B6sung-in-zeiten-von-covid-19


Hilfsangebote auch Menschen ohne Internet zugänglich machen

Aushänge im Treppenhaus sind eine Möglichkeit, Menschen zu erreichen, die kein Internet haben, aber Unterstützung brauchen. Verschiedene Gruppen bieten dafür Vorlagen zum Herunterladen an:

Wir-gegen-Corona https://www.wirgegencorona.com/?fbclid=I-wAR3UTCWgO2kl9foBqzecw_DOeJS1zeeGsdGz-waco4zlq0WnfrggV0C4b6A

Quarantäne Helden www.quarantaenehelden.org

Einen individualisierbare Vorlage, um einen Aushang selbst zu gestalten, gibt es z.B. hier: www.liebe-nachbarn.com

 

Mehrsprachige Informationen zum Corona-Virus

Herr Steinmetz, aktiv in der Flüchtlingshilfe Alftal, hat darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, den Geflüchteten verständliche Informationen zum Corona-Virus und Quarantäne-Maßnahmen zugänglich zu machen. Die Johanniter haben Hinweise in mehreren Sprachen, u.a. in Englisch, Arabisch, Farsi und Dari zusammengestellt, zu finden z.B. hier: www.saechsischer-fluechtlingsrat.de/de/2020/03/16/mehrsprachige-hinweise-corona-sprechzeiten-des-sfr-fallen-aus/


Lebensmittelversorgung (z.B. Tafel)

Mehrere Ideengeber*innen (Danke an Frau Ley und Herrn Khademi) beschäftigen sich mit der Frage, wie Menschen mit geringem Einkommen, die auf Lebensmittelversorgung z.B. über die Tafeln angewiesen sind, in der aktuellen Lage unterstützt wer-den können. Aufgrund der Regelungen zur Kontaktreduzierung ist das in der Tat nicht einfach. Gesucht werden z.B. jüngere Menschen, die beim Lebensmittel Sortieren und dem Lieferdienst helfen können. Diese und andere Wege der Unterstützung stellt die Tafel Deutschland e.V. auf ihrer Webseite vor:

www.tafel.de/ueber-uns/aktuelle-meldungen/aktuelle-meldungen-2020/corona-pandemie-tafeln-unterstuetzen-aber-wie/


Die Idee von Herrn Khademi:

Für den Extremfall
gedacht für kleine Orte/Städte und Stadtteile

Ziel: Verteilen der Lebensmittel an Hilfebedürftige (Ältere, Kranke...)

I- Das Prinzip

• nach dem Tafel-Modell

• möglichst nichtverderbliche Ware

• Helfer/Mitarbeiter unter der Schirmherrschaft eines Lokalpolitikers/einer Persönlichkeit

• Erfassung der Liste der Betroffenen (telefonisch, elektronisch, behördliche Registrierung mit Rücksicht auf den Datenschutz...)

• medizinisch/hygienische Beratung der Helfer durch Experten

II- Beschaffung von Materialien/Räumlichkeiten...

• am Beispiel Bad Sobernheim

• Ehrenamtlichkeit und Eigeninitiative stehen im Vordergrund

• geeignete Räumlichkeiten suchen, zum Beispiel in Bad Sobernheim, Alte Grundschule

• Helfer: 4-6 Personen und zum Beispiel ein Beigeordnete der Gemeinde

• Kommunikation mit den Märkten/Unternehmen... durch die leitende Person, auch Medizinisches

III- Vorgehensweise

• zweimal in der Woche, zum Beispiel 14:00 bis 18:00

• Ware in Einwegtüten (Papier) vor die Eingangstür stellen

• Geldaustausch im Falle des Einkaufs nach der neuesten Festlegungen/Vereinbarungen im Ort erledigen

• Einzelheiten beim Austausch- Mindestbedarf usw.

 

Freizeitgestaltung – online mit anderen verbunden

Online Gripsgymnastik mit Skat, eine Idee von Herrn Böttcher: Wer so oft wie möglich Gedächtnistraining betreibt, der bleibt auch im Alter geistig fit. Wie lange jemand geistig fit bleibt, lässt sich zum Teil beeinflussen. Neugierig bleiben, Neues ausprobieren, Neuigkeiten mit Freunden austauschen – gut ist alles, was dem Gehirn neue Eindrücke verschafft. Eine interessante Methode mental aktiv zu bleiben ist das vielfältige und kommunikative Kartenspiel Skat – eine regelrechte Gripsgymnastik. Dies geht auch alleine online am PC über diverse Spieleportale. Hier findet man immer seine Mitspieler. Ein Beispiel-Link: www.gametwist.com/de/geschicklich-keitsspiele/skat/

Online Fernschach, eine Idee von Herrn Becker: Wer kennt es nicht aus alten Spielfilmen, wo man Schach spielte, obwohl zwischen den Spielen große Entfernungen lagen. In der heutigen Zeit müssen die einzelnen Züge nicht mehr per Postkarte versendet werden. Moderne Medien ermöglichen kostengünstige Kontakte, wobei nicht der spielerische Erfolg wie bei Turnieren in Vordergrund stehen muss. Vielmehr wird dadurch ein sozialer Kontakt aufgebaut, der in Zeiten der Bewegungseinschränkungen sehr wertvoll sein kann.

Zu Hause musizieren, eine Idee von Herrn Becker: Nicht nur aktive Musikerinnen und Musiker, die zurzeit nicht zur gemeinsamen Musikprobe gehen können, üben in den eigenen vier Wänden. Wer in seiner Jugendzeit ein Musikinstrument erlernt hat und aus welchen Gründen auch immer, keine Musik mehr macht, ist angesprochen. Jetzt wo wir jeden persönlichen Kontakt vermeiden sollen, wäre es eine Gelegenheit, das Musikinstrument mal wieder auszupacken und das einmal Gelernte wiederaufzufrischen. Das ist nicht nur gut gegen Langeweile, vielmehr tut man auch etwas für seine Gesundheit. Regelmäßiges Spielen von Blasinstrumenten verbessert die Lungenfunktion, steigert die körperliche Belastbarkeit und trainiert die Atemmuskulatur.

„Quaran-Töne“ Musizieren geht auch gemeinsam, z.B. auf dem Balkon: www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Balkonsingen-Musik-gegen-die-Corona-Angst,corona1232.html

 

 

Herzlichen Dank an alle Ideengeber*innen!

Gerne erweitern wir die Übersicht, neue Ideen können Sie an ich-bin-dabei(at)stk.rlp.de senden.

Kontakt

Ortsgemeinde Stadt Kirn
Bürgermeister Frank Ensminger
Kirchstraße 3
55606 Kirn

Tel.: 06752 / 135 - 290
Fax: 06752 / 135 - 250
E-Mail

Bürozeiten des Bürgermeisters:
montags-donnerstags:  ab 14:00 Uhr
dienstags und freitags: 09:00-12:00 Uhr

Zuständige Verwaltung:

Verbandsgemeindeverwaltung Kirner Land
Bahnhofstraße 31
55606 Kirn

Tel.: 06752-135-0
Fax: 06752-135-256
Email-Kontakt: verwaltung(at)kirner-land.de 

An-/Abreise

Die Stadt Kirn ist über die Bundesstraße 41 an das Autobahnnetz angebunden.  mehr